ThaBarWa heisst in der birmanischen Sprache „original nature“. Das Zentrum ist offen für jede Person die Hilfe benötigt oder ihre Hilfe anbieten möchte. Über 3400 Personen leben hier gratis und erhalten Essen und Trinken umsonst. Viele von ihnen sind alt, krank, obdachlos oder leben mit einer Behinderung. Die meisten dieser Menschen benötigen Unterstützung, welche sie sonst nirgends im Land erhalten. Andere leben hier, um sich um diese Menschen zu kümmern, ohne dafür einen Lohn zu erhalten. Täglich finden Meditationen mit Mönchen und Nonnen statt und alle dürfen Unterricht zum Thema Buddhismus besuchen. Es ist ein wunderbarer Ort und zu Beginn können wir uns gar nicht vorstellen, dass so etwas überhaupt möglich ist.

Almosen sammeln mit den Mönchen

Das Thabarwa Center wird voll und ganz durch Spenden finanziert. Die Mönche dieses Zentrums gehen jeden Morgen in die Städte und Dörfer in der Umgebung, um Almosen zu sammeln. Wir dürfen sie dabei begleiten, was zu einem eindrücklichen Erlebnis wird. Wir sind überwältigt zu sehen, wie viel die Menschen spenden. Während dem einsammeln der Almosen, gehen wir an den Häusern vorbei und sehen wie wenig die Menschen haben und wie einfach sie leben. Doch alle geben etwas und wenn es nur 100 Kyat sind. Sie spenden ausserdem Reis, Gemüse, Fleisch, Fisch, Toilettenpapier, Kekse, Watten Stäbchen, Suppen und vieles mehr. Alles was du dir vorstellen kannst, alles was zum Leben gebraucht wird. Viel Essen wird bereits als fertige Mahlzeit gespendet, diese werden in grossen Töpfen gesammelt und zurück im Zentrum wird es an alle Anwesenden verteilt. Viele der Kranken besitzen gar nichts, sie verbringen ihren Tag im Bett und haben keine Familie, welche sie unterstützt. Sie sind auf dieses Essen angewiesen.

Meditation

Jeden Morgen um 5.00 Uhr und abends um 20.00 Uhr können auch die Freiwilligen meditieren. Eine Nonne, welche ursprünglich aus der Schweiz kommt, lehrt uns verschiedene Techniken. Atemmeditation, Gehmeditation und Sitzmeditation. Auch wenn wir uns manchmal überwinden müssen, tut es uns gut jeden Tag zu meditieren, denn es ist nicht einfach zu sehen wie die Menschen hier leben.

Nebst dem Unterricht in Meditation und Buddhismus können wir im Thabarwa Center Birmanisch Unterricht besuchen. Einer der Patienten spricht gut Englisch und unterrichtet uns seine Muttersprache Birmanisch. Das hilft uns einzelne Sätze mit den Menschen hier austauschen zu können.

Freiwilligenarbeit

Da die Unterstützung jedes einzelnen gebraucht wird, ist es eine schöne Erfahrung hier arbeiten zu dürfen. Simon wird ab dem ersten Tag voll eingenommen, denn es gibt viel zu reparieren oder er baut ein neues Hilfsmittel für jemanden. Jeden zweiten Tag waschen wir die Menschen, welche das selber nicht mehr können. Vorausgesetzt sie möchten das, denn hier darf jeder leben wie er möchte. Wir setzten sie in einen Rollstuhl, fahren sie nach draussen, ziehen sie aus und waschen sie mit Wasser aus Kübeln. Mit anderen machen wir Physiotherapie oder Bewegungstraining. Wir malen, basteln oder gehen gemeinsam laufen, damit es etwas Abwechslung in ihrem Alltag gibt. Die Physiotherapie und das Bewegungstraining sind gut vorbereitet, wir treffen uns täglich und vereinbaren wer sich um welchen Patienten kümmert. Die Anweisungen erhalten wir für jeden Patienten schriftlich und so ist es für alle möglich mit den Menschen zu arbeiten, auch wenn man keine Ausbildung oder Erfahrung in diesem Bereich hat. Die Menschen im Thabarwa Center sind dankbar und zeigen uns mit ihrem grossen Lachen wie Freude sie haben.

Unser Fazit zur Freiwilligenarbeit im Thabarwa Center

Sie haben gar nichts mehr, sind körperlich teils in einem schlechten Zustand und die hygienischen Bedingungen und die Gesundheitsversorgung ist auf einem absoluten Minimum. Für uns jedenfalls, denn für birmanische Verhältnisse ist es gut. Die Menschen haben mehr, als sie ausserhalb des Thabarwa Centers haben würden. Täglich sterben hier Menschen, manchmal trifft es jemanden mit dem wir den letzten Tag verbracht haben. So traurig es für uns auch ist, so eindrücklich ist es zu sehen wie die Menschen hier den Buddhismus leben. Sie akzeptieren die Situation, ihr Schicksal, ihre Krankheiten und den Tod. Es ist für sie der Alltag und gehört zum Leben dazu. Wir lernen und probieren viel in unseren Köpfen zu verändern. Doch hier wird das Gegenteil unserer westlichen Welt gelebt und das macht es für uns so herausfordernd. Wird doch bei uns kaum ein Schicksal einfach akzeptiert, wir greifen in Vieles ein und versuchen es zu ändern.

Das Thabarwa Center ist dankbar für Spenden, das Geld kommt hier wirklich an und wird gebraucht. Ebenso wichtig sind Volunteers. Man kann so lange bleiben wie man möchte, sich einbringen, Neues erarbeiten oder einfach Unterstützen wo es gerade gebraucht wird.